Ausrichtung Nachwuchsbereich - Interview mit Eric Rode

29. Mai 2026
Interview Eric Entwurf 2 Deckblatt

Teil 1 | Motivation und Leistungsbereich

Mit klaren Zielen, einer langfristigen Vision und viel Leidenschaft arbeitet der SV Empor Berlin weiter an der Entwicklung seines Nachwuchsbereichs. Im Interview gibt Eric Rode, Trainer der U19 und Sportlicher Leiter Nachwuchs spannende Einblicke in die Philosophie hinter der Ausbildung bei Empor und zeigt, welche ambitionierten Ziele der Verein in den kommenden Jahren verfolgt.

In Teil 1 spricht er über seine persönliche Verbindung zum Verein, die strategische Ausrichtung im Leistungsbereich und die nächsten Schritte in der Nachwuchsförderung.

FRAGE: Warum engagierst Du Dich bei Empor?

 

ERIC: Ich bin in Pankow aufgewachsen. Für meine Freunde und mich war Empor
früher der Verein, zu dem wir aufgeschaut haben. Es war immer mein Traum, einmal bei
Empor zu landen.
Als Spieler hat das nicht geklappt – dafür vor inzwischen zehn Jahren als Trainer. Heute
habe ich die Möglichkeit, den Verein auch als Sportlicher Leiter Nachwuchs mitzugestalten.

FRAGE: Was macht Empor für Dich aus?

ERIC: Dazu habe ich eine besondere Anekdote. Vor drei Jahren war ich Trainer
unserer U14. In dieser Altersklasse ist es für uns traditionell eine Herausforderung, uns mit
den großen Berliner Vereinen zu messen. In der Saison konnten wir aber einige Teams
ärgern, die sonst deutlich weiter sind als wir. Gegen TeBe konnten wir zum Beispiel vier
Punkte holen – das war für uns in dieser Altersklasse etwas Besonderes.
Wenn man sich dann angeschaut hat, wie lange die Spieler jeweils schon in ihren Vereinen
waren, wurde es interessant: Viele unserer Jungs waren schon seit der E-Jugend und
teilweise auch länger im Verein. Ob in der Fußballschule, in den unteren Teams oder im
Leistungsteam. In dieser Zeit haben viele verschiedene Trainer mit ihnen gearbeitet und sie
in ihrer Entwicklung begleitet.
Dem gegenüber stand ein Team, bei dem ein Großteil der Spieler erst seit kurzer Zeit im
Verein war. Trotzdem konnte sich unser Weg im direkten Duell durchsetzen.
Wir entwickeln Spieler über viele Jahre – und viele Trainer tragen ihren Teil zu dieser
Entwicklung bei.
Das hat mich damals sehr stolz gemacht und war der Moment, in dem mir noch einmal klar
wurde: Empor ist mein Verein.

FRAGE: Kommen wir zur Aktualität. Du wurdest in der letzten Mitgliederversammlung erneut in den Vorstand gewählt und engagierst Dich über Deine Tätigkeit als Trainer der U19 hinaus als Sportlicher Leiter Nachwuchs für den SV Empor Berlin. Was sind die Ziele, die Ihr Euch für den Leistungsbereich gesetzt habt?

ERIC: Wir wollen unseren Talenten die bestmögliche Ausbildung bieten. Das geht in
erster Linie über gutes Training. Aber natürlich muss auch die Spielklasse stimmen.
Regelmäßig verlassen uns Spieler, die sich bei uns sehr wohlfühlen und sich gut entwickelt
haben, weil sie die Möglichkeit bekommen, in einer höheren Spielklasse zu spielen. Wieso
sollen diese Spieler nicht auch bei uns überregional spielen können?
Deshalb ist es unser Ziel, mittelfristig - in ca. 5 Jahren - mit der U19, U17 und U15
überregional zu spielen. Nicht aus Prestigegründen, sondern weil wir unseren Spielern das
passende Umfeld für ihre weitere Entwicklung bieten wollen.

FRAGE: Das klingt sehr ambitioniert. Wie wollt Ihr das schaffen?

ERIC: Vorweg: Wir werden nichts erzwingen, sondern unseren Weg weitergehen.
In erster Linie mit Spielern aus dem Kiez und der Umgebung.
Der Schlüssel ist ganz klar die Weiterentwicklung unserer Spieler.
Als Beispiel: Die Jungs, die heute in unserer U11 sind, sollen in 4 Jahren in der U15 um die
Berliner Meisterschaft spielen. Somit geht es schon heute darum, sie gut auszubilden und
die richtigen Schwerpunkte zu setzen, damit sie in diesem Alter nicht nur mitspielen,
sondern Leistungsträger ihrer Mannschaft sind.
Und dafür braucht es vor allem gute Trainer - in allen Altersklassen.

FRAGE: Was macht für Dich einen guten Trainer im Nachwuchsbereich aus?

ERIC: Die Frage ist sehr komplex, aber ich versuche, es mit Blick auf das Sportliche in
einem Gedanken zusammenzufassen:
Ein guter Jugendtrainer sorgt dafür, dass seine Spieler in der nächsten Saison mehr
Erfolg haben, als in der aktuellen Saison.
Vor allem bis einschließlich der U16.
Das bedeutet auch, dass ein Jugendtrainer oft nicht selbst die Früchte seiner eigenen Arbeit
ernten wird. Schließt es aber auch nicht aus. Ob ein Jugendtrainer gute Arbeit macht, sieht
man nicht beim Blick auf die Tabelle auf fussball.de.
Die gute Arbeit sieht man erst Jahre danach. Umso stolzer kann man aber darauf sein, wenn die ehemaligen Spieler später erfolgreich sind.
Darum geht es im Nachwuchsfußball.
Und genau für diese wichtige Aufgabe brauchen wir engagierte Trainer. Egal ob Elternteil,
ehemaliger Spieler oder noch aktiver (Jugend-)Spieler – ob mit oder ohne Trainererfahrung:
Jeder kann seinen Teil dazu beitragen, unsere Spieler auf ihrem Weg zu begleiten.