SV Empor Berlin Der Kiezclub

"Zufrieden ist hoffentlich niemand"

8. Februar 2020
Kohlschmidt Nils

Heute startet die Rückrunde der Berlin-Liga-Saison 2019/20. Das haben wir zum Anlass genommen, mit unserem Trainer Nils Kohlschmidt über die Hinrunde, die Winter-Vorbereitung sowie die kommenden Monate zu sprechen.

Im Sommer durchlebte unsere Mannschaft einen massiven Umbruch, zehn Spieler gingen, dreizehn Neue kamen hinzu. Wie siehst du die Entwicklung der Mannschaft im vergangenen halben Jahr?

 

Grundsätzlich wussten wir bereits durch die Einzelgespräche während der vergangenen Saison, dass uns ein größerer Umbruch bevorsteht. Von daher bin ich nach wie vor zunächst sehr froh, dass viele neue Jungs und gute Typen dazugekommen sind und wir eine konkurrenzfähige Mannschaft beisammen haben. Das Wichtigste ist und bleibt bei uns der Teamgeist! Die Stimmung ist bei uns in der Kabine eigentlich immer gut, wobei natürlich gerade die Negativphase eine harte Probe für die neu zusammengesetzte Truppe war.

 

Der Kennenlernprozess dürfte nunmehr abgeschlossen sein, jeder weiß den anderen mit seinen Stärken und Schwächen zu schätzen. Und nach dem Ende der Vorbereitung gilt es für uns natürlich vor allem jetzt auch sportlich den nächsten Schritt zu machen.


Es gab eine Phase, in der sieben Spiele in Folge verloren gingen. Auf der anderen Seite blieb man die ersten vier Spiele ungeschlagen und konnte auch zum Ende der Hinrunde eine ordentliche Serie starten. Gibt es bestimmte Gründe für diese Auf und Abs?

 

Ich bin ja schon eine Weile bei Empor dabei. Auch wenn es eine Phrase ist, aber schon oft hat man hier gehört: „Empor ist ein Serientäter“. Das erklärt natürlich nicht allein die extremen Ausschläge in den Ergebnissen. Unser Start war absolut gelungen, auch im Pokal gegen Lichtenberg 47 konnten wir uns sehr gut präsentieren. Die Gründe für den Negativlauf sind dann aus meiner Sicht sehr vielschichtig. Unsere extremen personellen Ausfälle konnten wir einerseits nicht kompensieren, andererseits mussten gerade unsere jüngeren Spieler, die alles versucht haben, um den Bock umzustoßen, einiges an Lehrgeld zahlen. Ob in der Defensive einmal nicht aufmerksam genug, oder vor dem Tor nicht abgezockt genug, am Ende des Spiels hatten wir verloren. Die mangelnde Durchschlagskraft war dabei sicher das größte Manko in dieser Zeit. Noch dazu spielten wir dabei gegen fast alle Mannschaften von oben. 

 

Aber wir alle haben dann nochmal die Köpfe zusammengesteckt und versucht neue Impulse zu setzen. Mit dem ersten Sieg war dann auch die Bremse gelöst und wieder mehr Überzeugung in unserem Spiel.


20 Punkte aus 17 Spielen bedeuten einen Platz im gesicherten Mittelfeld der Berlin-Liga. Kann man mit der Hinrunde also grundsätzlich zufrieden sein?

 

Zufrieden ist mit der Hinrundenbilanz hoffentlich niemand. Aber aufgrund der bereits thematisierten Umstände sind wir zumindest froh, dass wir den Negativlauf stoppen konnten und die Hälfte der 40-Punkte-Marke mit vier Siegen aus den letzten sechs Spielen noch erreichen konnten.

 

Im Winter stießen mit Tobias Höltge und Elias Thürigen zwei Spieler zum Team hinzu. Tobi konnte seine Qualitäten bereits von 2017 bis 2019 bei uns unter Beweis stellen. Sind die beiden Spieler Verstärkungen, die das Team gebraucht hat?

 

Beide Jungs helfen uns definitiv weiter und wir sind froh, dass sie (wieder) mit dabei sind. Mit Eli haben wir eine junge und gute Alternative für die Innenverteidigung hinzubekommen, die uns in der Hinrunde gefehlt hat. 

Tobi kennen und schätzen wir sehr. Er weiß wo das Tor steht, dazu ist er mit seiner Art zu spielen für jeden Verteidiger unangenehm. Insbesondere durch den weiter langfristig verletzten Florian Mielke sind wir froh, mit ihm einen weiteren Stürmer dabei zu haben, um mehr Durchschlagskraft im Offensivspiel zu entwickeln.

 

In der Winter-Vorbereitung zeigte die Mannschaft ein gutes Spiel gegen den BFC Dynamo, musste sich dem SC Staaken eine Woche später rein ergebnistechnisch deutlich geschlagen geben. Es folgte ein Unentschieden gegen den SC Charlottenburg sowie ein 2:0-Erfolg über Inter. Wie aussagekräftig sind diese Ergebnisse?

 

Grundsätzlich dienten die Testspiele, um in den Rhythmus zu kommen und fit zu werden. Ebenso haben wir einige Dinge ausprobiert. Von daher sind die Ergebnisse zweitrangig. Gegen den BFC konnten wir uns gut verkaufen, das stimmt. Wobei uns der kleine Kunstrasenplatz sicher mehr entgegenkam. Und gegen den SC Staaken haben wir, so verrückt es klingt, eigentlich kein schlechtes Spiel gemacht. Mit Ausnahme der letzten fünf Minuten, in denen jeder Schuss ein Treffer war.

 

Welche Schlüsse ziehst du aus den Testspielen?


Aus jedem Spiel konnten wir einige Erkenntnisse gewinnen, die wir bereits gut umsetzen und an denen wir weiter intensiv arbeiten müssen. Wie gut wir die Vorbereitung insgesamt nutzen konnten und wo wir stehen, werden wir heute und in den kommenden Wochen sehen. 

 

Die Konkurrenz in der Berlin-Liga konnte sich im Winter teils massiv verstärken. Könnte der Kampf gegen den Abstieg noch einmal richtig spannend werden?

 

Was die Zukunft bringt, kann ich nicht sagen. Aber ich glaube nicht, dass der Abstiegskampf bereits früh entschieden ist. Allein die Hinrunde hat gezeigt, wie spannend und ausgeglichen die Berlin-Liga ist. Von daher schauen wir vor allem auf uns und wollen mit einem guten Start in die Rückrunde so schnell wie möglich die Bilanz der Hinrunde egalisieren.